Pomerol liegt am rechten Ufer der Dordogne, unmittelbar neben Saint-Émilion, und ist mit nur rund 800 Hektar Rebfläche eine der kleinsten Appellationen Bordeauxs, zugleich aber eine der teuersten und begehrtesten der Welt. Hier liegt mit Pétrus das vielleicht bekannteste Weingut Bordeauxs, doch auch Namen wie Château Clinet, Château L’Église-Clinet, Château Le Pin oder Vieux Château Certan genießen internationalen Ruf.
Anders als im Médoc gibt es in Pomerol keine offizielle Klassifikation, der Ruf der Güter stützt sich allein auf ihre Qualität und ihren Preis am Markt. Das Terroir ist geprägt von einer einzigartigen geologischen Besonderheit: der sogenannten Günz-Kiesterrasse, einer Erhebung aus Kies, Sand und blauem Ton, die am höchsten Punkt des Plateaus die bedeutendsten Lagen der Appellation hervorbringt. Der tonhaltige Boden speichert Feuchtigkeit hervorragend und gibt sie in trockenen Perioden an die Reben ab, eine ideale Grundlage für Merlot.
Merlot ist die mit Abstand dominierende Rebsorte Pomerols, oft ergänzt durch Cabernet Franc und gelegentlich etwas Cabernet Sauvignon. Das Ergebnis sind Weine von samtiger Fülle, dunkler Frucht, Trüffel- und Mokkanoten sowie außergewöhnlicher Opulenz, dabei stets mit genug Struktur für langes Reifepotenzial. Pomerol-Weine gelten vielen als die sinnlichsten und zugänglichsten unter den großen Bordeaux-Appellationen, weniger streng als Pauillac, weniger floral als Margaux, dafür voller und samtiger.
Aufgrund der geringen Produktionsmenge und der hohen internationalen Nachfrage zählen Pomerol-Weine zu den raren und wertbeständigsten Positionen jedes Weinkellers.